Montag, 7. März 2011

Sportfest


„Ich gebe jedem von euch eine Nummer. Die müsst ihr euch merken und mir vor jedem Sprung ansagen, damit wir euren Sprung abstecken können.“ Nach dieser Vorbereitung war die am häufigsten gestellte Frage am Dreisprung: „Wie war meine Nummer nochmal?“ Vielleicht sollte man das Ausfallen des Kurzzeitgedächtnisses nicht überbewerten und der allgemeinen Aufgeregtheit und Konzentration vor dem entscheidenden Sprung zurechnen. Ein Schüler der 12 Klasse sprang so weit, dass er fast außerhalb der Sprunggrube landetet und gefragt wurde, ob er nicht zu viele Schritte gemacht habe: „Nein, ich kann nochmal springen, um es ihnen zu zeigen.“ Tatsächlich ein richtiger Dreisprung und fast aus der Sprunggrube.
Das brachte viele Punkte für sein „Haus“, in das er am Beginn der achten Klasse eingeteilt wurde. So wie jeder Schüler in ein „Haus“ – ein bestimmtes Schulteam – werden auch die Lehrer in die verschiedenen Teams eingeteilt, deren Aufgabe dann darin besteht beim Sportfest nicht nur die Sprungweiten und Sprintzeiten zu ermitteln, sondern auch die Schüler ihres Teams anzufeuern. Die Schüler wiederrum ziehen Sportsachen in den Farben ihres „Hauses“ an und werden von ihrem „house captain“ zum Sieg angeleitet. Eine geschaffene Konkurrenzsituation, die Aufregung und Leistungsdenken fördert. Künstlich aber doch für viele Schüler leistungssteigernd. Ein Ammenmärchen, dass Schüler sich nur in kooperativen Lernformen wohlfühlen, in denen Wettbewerb marginalisiert wird.

1 Kommentar:

  1. Moin Thilo.
    Allein wenn ich den letzten Satz lese, weiß ich was uns in den "Hofpausen" fehlt. Wenn mir irgendjemand den Link zu deinem Blog geschickt hätte, mich aber über den Namen des Bloggers im Unklaren gelassen hätte; spätestens bei diesem Bericht wäre mir vollkommen klar gewesen, dass nur du dahinter stecken kannst. Wie ich sehe, hast du einen sehr abwechslungsreichen Alltag in Down Under. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und uns Hiergebliebenen wünsche ich noch viele Einträge auf solch hohem dem Auge schmeichelnden rhetorischen Niveau.

    Grüße Alex

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